2 Tage am Mekong Delta

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2 Tage am Mekong Delta

Touristentour in die südliche Reiskammer Vietnams.

Die Küstenlänge Vietnams erstreckt sich über knapp 3400 km. Im Süden des Landes ist natürlich Ho-Chi-Minh-Stadt oder auch Saigon genannt der wichtigste Ort. Von hier aus gibt es eine Reihe interessanter Ausflüge zu unternehmen. Einer davon führt in den Mekong-Delta. Von Ho-Chi-Minh gibt es zahlreiche Touren in dieses Gebiet. Das Mekong Delta umfasst eine Fläche von 39.000 km². Der Mekong endet hier in einem Netz von Flussarmen. Es ist Landschaftlich unglaublich schön. Das Mekong-Delta wird aufgrund von seiner guten Eignung für den Reisanbau auch „die südliche Reiskammer“ Vietnams genannt. Jedes Jahr werden hier 16 Millionen Tonnen Reis produziert. Hier findest Du weitere Informationen zur Geografie in Vietnam.

Wie gesagt, gibt es eine Reihe von Touren, die Du dorthin machen kannst. Ein-/Zwei- oder auch Drei-Tages-Touren von unterschiedlichen Anbietern stehen zur Auswahl. Die Preise variieren auch danach in welchem Reisebüro Du die Tour buchst. Bei uns im Bus hat jeder für die exakt gleiche Tour einen anderen Preis bezahlt. Wir haben ca. 30 Dollar pro Person bezahlt. Es scheint also sehr stark darauf anzukommen wo Ihr bucht. An dieser Stelle können wir über die Qualitätsunterschiede nur wenig sagen, da wir nur die eine Tour kennen. In unserer Tour war der Transfer mit Bus, die Fähre zu den Inseln, der Besuch eines kleinen vietnamesischen Dorfes, eine Übernachtung im Homestay (inkl. Abendessen und Frühstück) enthalten.
Insbesondere wurden folgende Touren angeboten:

1-Tages-Tour: Morgens früh von Saigon mit dem Bus in das Mekong Delta und nachmittags wieder zurück.
2-Tages-Tour: Morgens ebenfalls mit dem Bus von Saigon in das Mekong Delta. Es besteht die Möglichkeit die Nacht in einem Hotel oder in einer „privaten Familie“ („Homestay“) zu verbringen.
3. Tages-Tour: es gibt noch eine weitere Tour, die sogar mit zwei Übernachtungen angeboten wird.

Wir haben uns für die 2-Tages-Tour inklusive „Homestay“ entschieden.
Die Alternative wäre eine Übernachtung im Hotel gewesen. An dieser Stelle sei gesagt, dass die Anforderungen an einen Homestay wahrscheinlich direkt etwas niedriger sind. Die Mitreisenden, aus unserem Bus die im Hotel übernachtet hatten, waren weniger begeistert von der Qualität. Ich denke wir waren einfach nur auf weniger Komfort eingestellt und deshalb störte uns die Qualität weniger.

 

Besuch auf Unicorn Island, einer Krokodil und Bienen-Farm

Die Tour begann morgens früh am Hotel, aus dem wir mit dem Bus abgeholt wurden. Anschließend fuhren wir zunächst einige Stunden mit dem Bus in das Mekong-Delta-Gebiet. Am frühen Vormittag erreichten wir einen kleinen Hafen. Von hier aus ging es auf ein kleines Boot, das uns weiter auf die kleine Insel Mỹ Tho, die Einhorn-Insel, fuhr. Auf dieser Insel besichtigten wir zunächst eine kleine Kokosnuss-Bonbon-Fabrik, mit anschließendem Fabrikverkauf. Hier saßen einige Mitarbeiter und drehten Bonbons, verpackten sie und machten sie für den Verkauf fertig. Natürlich kannst Du dort auch direkt Bonbons kaufen, die übrigens stark zwischen den Zähnen kleben aber geschmacklich wirklich gut waren.
Anschließend ging es wiederum mit dem Boot zum Mittagessen auf eine Nachbarinsel, mit einer Krokodil-Farm. Das Mittagessen wurde in einem der Restaurants zu sich genommen und war im Tour-Preis inbegriffen. Eine recht einfache Mahlzeit bestehend aus Reis, Schwein und ein bisschen Salat. Das Essen war schon recht wenig und eigentlich hatten wir alle anschließend noch Hunger. Die Preise in dem Restaurant waren schon sehr hoch, sodass wir uns entschieden haben auf das Abendessen zu warten. Danach hatten wir Zeit uns die Insel anzusehen. Diese war aber auch eher unspektakulär und hat sich aufgrund eines Regenschauers für uns noch ein wenig länger hinausgezögert.
Nach der Pause gingen wir wieder auf die Boote und fuhren wiederum zu der Einhorn-Insel zurück. Hier wurde uns zunächst gezeigt, wie auf der Insel Honigprodukte hergestellt werden. Es gab Honigtee und andere Produkte zum Probieren. Anschließend gab es eine Verköstigung und wir konnten einige Honigprodukte, wie Tee und Honiggebäck etc. kaufen. Durch einen kleinen Dschungelpfad kamen wir zu einer angelegten Straße, in der einige Pferdekutschen warteten. In jeder Kutsche nahmen etwa 5-6 Personen Platz und wir fuhren die 500 Meter bis zu einem weiteren kleinen Dschungeleingang.
Dieser führte uns zu einem kleinen Dorf, in dem die Menschen ihrer täglichen Arbeit nachgegangen sind. Wir wurden gebeten uns zu setzen und uns wurden kostenlos Früchte und Tee an den Tisch gebracht. Anschließend kamen zwei Vietnamesen mit Musikinstrumenten und begannen zu spielen. Abwechselnd kamen Männer und Frauen dazu um traditionelle Gesänge anzustimmen. Wie Du in den Videos sehen kannst, waren die ständig wechselnden Künstler eher gelangweilt und Du konntest sehen, dass sie weniger Spaß daran hatten.

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Im Anschluss kam es zu der obligatorischen Fahrt mit hölzernen Langbooten in einem der kleinen Flussarme des Mekong-Deltas. Dies war eine sehr schöne Tour und macht auf jeden Fall Laune.

 Unser Homestay am Mekong Delta

Danach ging es wieder in die Boote und wir fuhren in Richtung Hotels, bzw. unseren Homestay. Auf der Busfahrt wurden nun die Gäste in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe war die, welche die Hotelübernachtung und die andere welche einen Homestay gebucht hatten. Dabei lernten wir auch Melissa aus Australien und Tije aus Holland kennen. Die beiden sind ebenfalls durch Südostasien gereist und haben wie wir ein Homestay gebucht.
Nach einer ca. halbstündigen Busfahrt wurden wir an einem Fluss rausgelassen und wiederum auf ein kleines Boot gebracht. Wir fuhren nachts mit 6 Personen eine Gabelung des Mekong-Delta entlang, was ein wirklich tolles Gefühl war. Es war alles sehr ruhig. Überall konnten wir Glühwürmchen sehen und die Stille genießen. Nach einer ca. halbstündigen Fahrt legten wir an einem etwas schlechteren Hotel an, die eigene Seife und Handtücher mit dem Namen des „Homestay“ hatten. Es gab einen Restaurantbereich und einen Kühlschrank von Coca-Cola. Dieser war aber eher gefüllt mit Bier und Wein, was an dem Abend noch sehr nützlich sein sollte 😉

Scheinbar war dieses Homestay (was eigentlich ein andersartiges Hotel war) nicht auf so viele Besucher eingestellt. Es gab gerade noch genug Betten für uns alle und wir haben mit unseren neuen Freunden in einem Gruppenzimmer unser Nachtrevier bezogen. Das war aber auch für alle vollkommen in Ordnung. Immerhin hatte jeder einen Schlafplatz. Das Abendessen, welches direkt nach unserer Ankunft serviert wurde, war überraschend gut und üppig. Auch wenn wir uns eher vorgestellt hatten, direkt mit den Menschen zu kochen und ein bisschen mehr von den Bewohnern mitzubekommen. Wir hatten einen wirklich lustigen Abend mit ausreichend Bier und Wein, den es dort recht günstig zu kaufen gab. Melissa ist übrigens professionelle Ballerina und Tänzerin und hat uns erstmal eine Nachhilfestunde im Ballet gegeben.
Während die anderen sich nachts in die Zimmer zurückzogen, habe ich in einer Hängematte direkt am Fluss geschlafen. Ich wollte unbedingt den Sonnenaufgang mitbekommen und hatte mich deshalb dazu entschieden.

Der Floating Market und die Drachenfruchtplantage

Nach einem kleinen Frühstück, bestehend aus Baguette, Aufschnitt und Spiegeleiern ging es wiederum mit einem Langboot in Richtung Floating Market. Der „schwimmende Markt“ ist ein Marktplatz auf dem Wasser. Hier fahren Händler mit ihren Produkten herum und verkaufen und tauschen ihre Produkte. Diese schwimmenden Märkte sind in Südostasien sehr beliebt. Auf dem Abschnitt des Mekong-Delta gibt es allerdings einen besonders großen zu sehen. Als wir auf den Fluss kamen, kam uns direkt ein Boot mit Kaffee entgegen, was nach einer Nacht mit ordentlich Alkohol und wenig Schlaf genau das richtige war. Für einen günstigen Preis haben wir uns erstmal einen frischen Kaffee gegönnt.

Anschließend ging es weiter auf den Floating Market. Die Fahrt beschränkte sich aber auf das Herumfahren und es ergab sich nicht wirklich die Gelegenheit etwas zu kaufen. Nach einigen Runden wurden wir wiederum auf ein anderes Boot gebracht und mit der „Hotel-Gruppe“ wieder zusammengeführt. Mit dem Boot ging es auf einen anderen Teil auf der Einhorn-Insel mit Plantagen für Mangos, Dragonfruits und ähnlichen Früchten. Mit dem Boot ging es wieder zurück zum Hafen. Dort stiegen wir wieder in die Busse und fuhren in eine kleine Stadt, wo wir vor einem Restaurant abgesetzt wurden. Nach einer kleinen Stärkung sind wir zurück in die Busse und in Richtung Saigon gefahren, wo wir gegen 16:30 wieder ankamen.

Fazit: Der Ausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt und wir haben eine Menge schöner Eindrücke bekommen. Die Fahrt war wirklich sehr gut organisiert und die Reiseführer sehr nett und wirklich immer ansprechbar. Die Organisatoren haben sich alle Mühe gegeben eine tolle Atmosphäre zu schaffen.
Leider war es an der einen oder anderen Stelle zu touristisch. Insbesondere das Singen bei dem „typisch-vietnamesischen“ Dorf war ein bisschen zu viel. Auch die ständige Betonung, dass dies alles ganz „local“ ist, war irgendwann zu viel. Die Restaurants waren ziemliche Touristenplätze und hier verstehe ich nicht, warum nicht zumindest ein gutes Essen für einen vernünftigen Preis angeboten wird. Alles zu teuer und sehr mittelmäßig, was wir sehr schade fanden.
Der Homestay war insgesamt sehr witzig. Im Grunde war es ein Hotel mit weniger Erwartungen. Wie wir von den anderen Teilnehmern gehört haben, waren die tatsächlichen Hotels jedoch noch schlechter. Insgesamt waren diese scheinbar eher enttäuschend.
Wenn Dich das Mekong-Delta interessiert, mach auf jeden Fall eine Tour dorthin. Es war wirklich interessant. Ich denke Du musst in solchen Regionen in denen sich der Tourismus noch entwickelt einfach damit rechnen, dass die Betreiber den größtmöglichen Gewinn machen wollen. Ich bin mir aber sicher, dass dieses Angebot in Zukunft besser werden wird. Bevor Du diese Tour buchst, informiere Dich vorher und vergleiche die Angebote. Auch wenn unsere Tour insgesamt sehr lustig war, würden wir mit dem Anbieter „An Travel“ nicht noch einmal buchen. Wir müssen jedoch betonen, dass der Tour-Guide ausgesprochen nett und immer gut gelaunt war. Das war sehr positiv. Es ging eher um die Stationen, die wirklich typische Touristen-Buden waren. Schaue Dir vorher genau an welche Stationen angefahren werden und überlege ob nicht eine Ein-Tages-Tour ausreicht.

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